Rebbaukurs 2026: 1. Kurstag vom 2. Mai

Bei schönstem Frühjahrswetter trafen sich wissbegierige Trauben- und Weinfreunde beim Rebsortengarten Höngg. Der erste Tag des Rebbaukurses, welcher der Vorstand der Betriebsgruppe des Rebsortengartens Höngg nun schon zum fünften Mal anbietet, stand an. Und siehe an, da gab es sogar einige „Wiederholungstäter“, welche schon frühere Kurse besuchten. Entweder hat der Kurs Lücken, die Teilnehmer sind zu vergesslich, die Materie ist einfach nie abschliessend oder schlicht und einfach super spannend. Vielleicht ist der eigene (Reb-)Garten aber einfach auch der einzige Ort, wo jeder ungestraft über Leben und Tod entscheiden kann; und wenn man das macht, dann bitte lieber fachgerecht und korrekt.

Nach einer prägnanten Einführung durch den Vorsitzenden Max Furrer wurden wir von Hanni Spahn mit Wasser versorgt; die Menschen sind bekanntlich noch durstempfindlicher als die oft tief wurzelnden Rebstöcke. Dann übernahm Rainer Henn das Zepter und zog mit seinen spannenden sowie fundierten Ausführungen über den Ablauf des Rebjahres die Zuhörerschaft in seinen Bann.

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Bald darauf ging es in den Rebsortengarten. Die Gruppe der „Wissenden“ widmete sich unter der Leitung des Rebmeisters Paul Meyer den zahlreichen jungen Rebstöcken, die gepflanzt werden sollten; beim steinigen Boden im Rebsortengarten und der schön wärmenden Sonne eine wirklich schweisstreibende Angelegenheit. Die Neulinge nahm Rainer Henn unter seine Fittiche und führte diese in die Kunst des Erlesens der Triebe ein. Für Anfänger keine einfache Sache, ist die Ausgangslage bei jedem Rebstock doch wieder eine Andere. Mit der Analyse der Ausgangslagen und dem laufenden Entscheiden, was bleiben soll und was nicht, taten sich die Kursteilnehmer, die sich als weiblich outeten, sichtlich einfacher als die Anderen. So schritt man von Rebstock zu Rebstock und die Zeit verging wie im Fluge. Höchste Zeit also für den von Deborah Wyss organisierten feinen Schluss-Apéro.

Mit Fachsimpeln und persönlichem Austausch endete ein toller, informativer Nachmittag. Nun war auch klar, wieso es Wiederholungstäter gibt: Bereiche, in denen unterschiedliche Philosophien wie auch Fachtechniken aufeinandertreffen und Entscheide auf die eine oder andere Art ausfallen können, sind einfach äusserst anregend; so wie dieser erste lehrreiche Kurstag. Auch gab es noch eine weitere Erkenntnis: eine Weinflasche zu öffnen ist einfach; der Weg von der Knospe zur reifen Traube ist es mitnichten.

Mark Bruggmann